YAO - DIE ABENTEUER EINES HÄUPTLINGSSOHNES (TV 1969) |
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325 Min. | 619193 DE | nicht mehr im Handel |
| Originaltitel: | Yao | ![]() |
| Regie: | Claude Vermorel | |
| Musik: | ||
| Darsteller: | François Boguy, Yao Kouakou, Lajdi Doumia, Dembele Barry, Goura Oba | |
| Frankreich / Elfenbeinküste 1969 |
Häuptlingssohn Yao ist zehn Jahre alt, als sein Vater von dessen Rivalen Zakoro getötet wird. Dieser stellt es als Jagdunfall dar und läßt sich selbst durch seine mächtigen Freunde und den einflußreichen Medizinmann zum neuen Häuptling ernennen. Dann nimmt Zakoro Yaos Mutter zur Frau. Das bereitet Yao Unbehagen.
Der Junge freundet sich heimlich mit einem Jäger an, der als Einzelgänger im Busch lebt. Pau bringt ihm alles über die Jagd und noch viele andere Künste bei. Weil er recht klug ist und wegen seiner Tricks halten die Männer Yao nun für einen geborenen Zauberer. Der Medizinmann will den Jungen zu seinem Nachfolger ausbilden. Aber Yao ist der Sohn eines Jägers und Häuptlings, und nichts anderes als das möchte er sein...
Schon mit dem Ausklang der ersten von 13 Episoden der 1968 in der Elfenbeinküste gedrehten französischen Fernsehserie endet die Kindheit von Yao. Damit bleibt dies die einzige Episode, in welcher der Häuptlingssohn von Kinderdarsteller Yao Kouakou gespielt wird.
Im weiteren werden die Abenteuer des erwachsenen Yao erzählt, wie er sich zwischen der Macht des Medizinmanns und der des Häuptlings Zakoro behaupten und sich seinen eigenen Platz im Stamm erkämpfen muß. Aus Ärger darüber, daß Zakoro ihm seine rechtmäßig geerbte Stellung verwehrt, verläßt Yao das Dorf. Auf seiner Reise gelangt er in das Flußland zu den Fischern, die von Reitern aus dem Norden ausgeplündert werden.
Es ist schwer, diese Serie, die immerhin noch in der Frühzeit des Fernsehens entstanden ist, mit heutigen Maßstäben zu beurteilen. Ethnologische Unkorrektheiten bei der Darstellung außereuropäischer Kulturen waren den Filmemachern damals ebenso gleichgültig wie sie es den westlichen Medienunternehmen auch heutzutage noch sind. Man erhebt sich über fremde Völker und maßt sich an, dem Publikum deren Lebensweise in einer Art vorzuführen, als wären es wissenschaftlich gesicherte Lehrfakten. Regisseur Claude Vermorel mag zur Vorbereitung einiges recherchiert haben, fragwürdig sind die gezeigten Inhalte dennoch zumindest in Teilen. Vorurteile und Wahrheiten vermischen sich.
"Yao" spielt in einer vorkolonialen afrikanischen Welt von Jägern und Sammlern, deren Alltag vom Geisterglauben geprägt ist. Gewiß wirkte die Serie zu ihrer Zeit aufregend exotisch, zauberten die Folgen doch sorgfältig inszenierte, farbenfrohe Bilder von Mensch und Natur in die Wohnzimmer - ganz so, wie man sich das wilde Afrika der "Neger" vorstellte. Es ist eine grausame Idylle, wenn Yao einen Waldelefanten erlegt, um sich seinem Dorf zu beweisen. Vielleicht war es in der Vorzeit so, sicher ist es heute so, daß der Mensch ganz allein in seiner Gier die Natur zugrunde richtet. Indessen beleuchtet die Serie auch die archaischen Sittengesetze und das patriarchalische Geschlechterverhältnis der Eingeborenen als Ursache für kriegerische Gewaltexzesse. Es hat sich einiges verändert in Afrika, aber die Wurzel steckt noch immer kräftig in der Erde.
(Pino DiNocchio)
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619193 DE - mit Wendecover - | ![]() | |
| Tonspur: | Deutsch | ||
| Untertitel: | keine | ||
| Länge: | 325 Min. | ||
| Bild: | 4:3 Vollbild 1:1.33 | ||
| Extras: | Wendecover | ||
| - minus - | Es fehlt der französische Originalton |
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