SPIEL DER GÖTTER |
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90 Min. | 619213 DE | nicht mehr im Handel | |
90 Min. | 619219 DE | nicht mehr im Handel |
| Originaltitel: | Phörpa | ![]() |
| Regie: | Khyentse Norbu | |
| Musik: | Douglas Mills, Phillip Beazley | |
| Darsteller: | Jamyang Lodro, Orgyen Tobgyal, Lama Chonjor, Neten Chokling, Kunsang Nyima, Pema Tshundup | |
| Bhutan / Australien 1999 |
In einem tibetischen Exilkloster in Indien unterrichten die buddhistischen Mönche Kinder, die wie viele ihres Volkes im Exil leben müssen oder gerade aus ihrer Heimat geflüchtet sind, weil ihr Land Tibet von China besetzt ist. Einige der Schüler interessieren sich mehr für ein exotisches Ballspiel, welches draußen in weiten Teilen der Welt gespielt wird, als für ihre häuslichen Gemeinschaftsaufgaben und das Studium: Fußball!
Wann immer die Mönche gerade nicht hinsehen, üben sich die Jungen im Kicken. Orgyen sammelt Bilder von Fußballstars, seine Lieblingsmannschaft ist die aus Brasilien. Nun steht ein ganz besonderes Ereignis bevor: die Fußball-Weltmeisterschaft! Heimlich schleichen sich die Jungs abends hinunter ins Dorf, um im Gasthaus die Spiele am Fernseher zu verfolgen. Doch nachdem es Ärger gab und sie erwischt wurden, ist es mit den nächtlichen Ausflügen aus.
Orgyen sieht nur eine Möglichkeit, das Endspiel doch noch sehen zu können. Er sammelt bei den Mitschülern Geld, damit sie sich einen Fernseher samt Satellitenschüssel ausleihen können. Mit unerschütterlichem Eifer verfolgt er dieses Vorhaben, zieht auch gleich die frisch angekommenen neuen Kameraden Nyima und Palden mit in seine riskante Unternehmung hinein und umschifft geschickt und mit viel Improvisationstalent, aber auch einer guten Portion Dreistigkeit alle Hindernisse. Da wäre nur noch eine Sache: sie müssen vom alten Abt die Erlaubnis bekommen, sich in den geheiligten Klostermauern so etwas Profanes wie ein Fußballspiel im Fernsehen anschauen zu dürfen...
Der herzerwärmende Film erfreut sogar Menschen, die Fußball nicht mögen. Es geht gar nicht darum, daß die Kinder selbst mit Gewalt zu Leistungssport und Siegeszwang gehetzt werden. Es geht nur um ihre Begeisterung am Spiel. Auf wundersame Weise tut sich zwischen der Lust an dem komischen Ballspiel und dem buddhistischen Streben nach einem ausgeglichenen, lebensfrohen Geist eine Verbindung auf. Ein buddhistischer Mönch würde wohl jedem seinen eigenen Ball geben, damit sich nicht 22 Spieler um das eine Lederei abhetzen müssen, das wäre viel friedvoller und meditativer. Aber dann würde dem Spiel ja der Witz fehlen, man könnte nicht dabei lachen.
Die grenzenlose Begeisterung, die die kleinen Schüler dem Turnier der Nationen in einem fernen Land entgegenbringen, die Beharrlichkeit, mit der sie ihre Leidenschaft verfolgen, das ist es, was die strengen Lehrer dann am Ende beeindruckt.
Nebenbei lernt man noch etwas über den Alltag der Kinder in so einer buddhistischen Klosterschule. Wenn es darum geht, freche Streiche gegen Lehrer und Mitschüler auszuhecken, unterscheiden sich die kleinen Tibeter wahrlich durch nichts von ihren Altersgenossen in anderen Erdteilen. In dieser Hinsicht sind alle Kinder auf dieser Welt gleich. Eine erhellende Erkenntnis.
Gedreht wurde der Film im Himalaja Königreich Bhutan mit Laiendarstellern. Es war 1999 die erste Spielfilmproduktion in der Geschichte des Landes. Tibet ist noch immer von China besetzt - die Mönche umschreiben diesen Sachverhalt mit der eleganten Formulierung "es gibt in Tibet noch immer chinesischen Reis".
(Pino DiNocchio)
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619213 DE | |
| Tonspur: | Deutsch | |
| Untertitel: | keine | |
| Länge: | 90 Min. | |
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:1.78 | |
| Extras: | ||
| - minus - | Es fehlt der tibetische Originalton |
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619219 DE - mit Wendecover - | ![]() | |
| Tonspur: | Deutsch / Tibetisch | ||
| Untertitel: | keine | ||
| Länge: | 90 Min. | ||
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:1.78 | ||
| Extras: | Wendecover, Hörfilmfassung für Sehbehinderte |
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