WO DER ROTE FARN WÄCHST (1974)

  • Film DVD
  • deutsch + englisch
    90 Min.
    635859 DEnicht mehr im Handel

    Originaltitel: Where The Red Fern Grows
    Regie: Norman Tokar
    Musik:  
    Darsteller: Stewart Peterson, James Whitmore, Beverly Garland, Jack Ging, Rex Corley, John Lindsey, Garland McKinney, Bill Thurman, Robert Telford, Lonny Chapman, Jill Clark, Jeanna Wilson
    USA 1974

    WO DER ROTE FARN WÄCHST - Where The Red Fern Grows (1974)

    Farmersohn Billy Coleman wünscht sich so sehr einen eigenen Hund, und zwar einen Jagdhund, aber der liebe Gott erhört die Gebete des Jungen nicht. Ein Junge, der auf dem Land lebt, braucht einen Hund, daran gibt es keine Zweifel. Nur ist die Familie zu arm, um sich so ein Tier zulegen zu können. Ein kluger Hinweis des Großvaters bringt Billy auf die Idee, seinen Teil dazu zu leisten, indem er sich das Geld für den Kauf selbst verdient. Fleißig nimmt der 12jährige den ganzen Sommer jeden sich bietenden Job an, wobei er doch schon so viel auf dem elterlichen Hof mitzuhelfen hat. Obwohl er weiß, daß sein Vater dringend Geld benötigt, um einen Maulesel für die Farm anzuschaffen, folgt Billy seinem Herzenswunsch und gibt sein Erspartes für den Erwerb von zwei reinrassigen Redbone Coonhound Welpen aus. Die Hündchen bekommen die Namen Old Dan und Little Ann.
    Nun beginnt Billy, seine Hunde für die Jagd auf Waschbären auszubilden. Dan und Ann werden schnell groß. Voller Freude und Tatendrang geht der Junge mit ihnen in den Wäldern auf Jagd nach den nachtaktiven Pelztieren. Billy und seine zwei Hunde werden zu den besten Waschbärenjägern in der Gegend. Die gefragten Pelze bringen gutes Geld ein.
    Die frechen Söhne der Familie Pritchard fordern Billy und seine Hunde heraus. Sie sollen beweisen, daß sie jeden Waschbären kriegen, auch jenen schlauen Geisterbären, der sich von Rubin und Rainie nicht fangen läßt, weil er sich scheinbar unsichtbar macht. Ermutigt durch seinen Großvater willigt Billy ein. Bei der Unternehmung kommt es im Streit zwischen den Jungen zu einem tödlichen Unfall.
    Billy macht sich schwere Vorwürfe. Er will nie wieder auf die Jagd gehen. Aber Großvater überredet ihn, an einer County Meisterschaft teilzunehmen, damit Dan und Ann sich als Champions beweisen können. Ihre Treue zu Billy zeigen die beiden Hunde während des Wettkampfs, als sie kurz vor dem Sieg auf ihre Beute verzichten, um den im Wald gestürzten Großvater zu retten.
    Als die Hunde Billy gegen einen angreifenden Puma verteidigen, wird Old Dan getötet. Aus Kummer darüber geht auch Little Ann ein.

    Der nordamerikanische Heimatfilm romantisiert eine Zeit, wo Kinder noch ganz nah an der Natur aufwachsen konnten. Im Hochland der Ozark Mountains im Bundesstaat Oklahoma spielt die Geschichte von Billy und den für die Waschbärjagd gezüchteten Coonhounds während der Zeit der großen Wirtschaftskrise der 1930er Jahre.
    Nachwuchsdarsteller Stewart Peterson nahm als Teenager in den Folgejahren Rollen in weiteren Filmen über die nordamerikanische Besiedelung an. Bemerkenswert ist, daß der Junge in "Where The Red Fern Grows" den Sommer über fast nur ohne Schuhe herumläuft. Auf nackten Füßen rennt er über Stock und Stein durch die Wildnis der Wälder. Auch den meilenweiten Marsch zur nächsten Stadt, wo er die jungen Hündchen am Bahnhof abholt, legt der naturverbundene Bursche barfuß zurück.
    Der heranwachsende Billy durchläuft die sozialen Rituale der männlichen Initiation, indem er sich eigenständig eine Aufgabe sucht, sich ein Ziel setzt und die Herausforderung aus eigener Kraft besteht. Es gibt den liberalen Geist einer Gesellschaft an der Schwelle zur Moderne wieder, daß der Junge vom Vater und vom Großvater nicht autoritär unter Druck gesetzt wird. Er braucht nichts zu beweisen, um von seinem Vater geliebt und anerkannt zu werden. Billy wird die Freiheit gelassen, auf jeder Etappe selbst zu entscheiden und selbst seinen Weg zu finden. Die Erwachsenen begleiten ihn verständnisvoll. So wird der Übergang vom Knaben zum Mann ein wirklicher Lernvorgang.
    Am doch sehr sentimentalen Ende bricht trotz der moderaten Erziehungsmethode doch noch der typisch US-amerikanische Wertekanon durch. Die Familie ist im christlichen Glauben verwurzelt. Deshalb weisen sie alle Geschehnisse irgendwie dem unergründlichen Willen Gottes zu. Auch der Tod der beiden Hunde und die unmittelbar daraus resultierende weitere Zukunft der Familie wird zu einem göttlichen Schicksal erklärt. Sieht man hiervon ab, bleibt der Film immer noch ein beneidenswertes Jungenabenteuer, wie es das heute nicht mehr gibt.
    Auf dem Grab der Hunde wächst ein seltener roter Farn, welcher einer alten Indianersage nach nur dort zu finden ist, wo zwei Liebende in der Erde liegen.
    (Pino DiNocchio)


    635859 DE - mit Wendecover -
    Tonspur: Deutsch / Englisch
    Untertitel: keine
    Länge: 90 Min.
    Bild: 4:3 Vollbild 1:1.33
    Extras: Wendecover


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