DIE SCHNEEKÖNIGIN (1964) |
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100 Min. | 641369 DE | nicht mehr im Handel |
| Originaltitel: | Die Schneekönigin | ![]() |
| Filmlänge: | DVD 97 Min. ohne Abspann | |
| Regie: | Wolfgang Spier | |
| Musik: | ||
| Darsteller: | Rolf Bogus, Hansi Jochmann, Christine Buchegger, Ilja Richter, Janina Richter, Tilla Durieux, Erich Fiedler, Herbert Grünbaum, Hans Putz, Otto Czarski, Sigrid Hackenberg, Gert Haucke, Ilse Kiewiet | |
| Deutschland (West) 1964 |
Im kapitalistischen Westdeutschland war das Kinderfernsehen 1964 noch nicht erfunden. Vor dem Einkauf von britischen und amerikanischen Kinderfilmen oder gar pädagogischen Werken aus den sozialistischen Ländern schreckte man zurück. Für die jungen Zuschauer inszenierte man bekannte Märchen als kostümierte Bühnenstücke in Kulissen aus Pappmache. Der Sender Freies Berlin nahm sich dafür Hans Christian Andersens "Die Schneekönigin" vor. Ein Märchenerzähler begleitet eine Gruppe Kinder durch die Aufführung.
Die böse Schneekönigin verhext den Knaben Kai mit einem Kuß. Gefügig folgt er ihr in ihr Eisreich und läßt die liebe Großmutter und deren Enkeltochter Gerda, bei denen er als Waise aufgenommen worden war, traurig zurück. Die kleine Gerda macht sich auf die lange Reise, um Kai zu suchen. Sie gelangt in ein sonderliches Königsschloß, dessen Prinz ihr für die Weiterreise eine goldene Kutsche überläßt.
Prinz Klaus wird von dem damals knapp 12jährigen Ilja Richter gespielt. Seine vitale Performance ist das Highlight in dieser altbackenen Produktion. Man erkennt sofort sein Talent für Komik. Ilja spielt die Rolle nicht nur handwerklich perfekt, er hebt seine Figur in jeder Textzeile in Betonung und Gestik mit einem Schuß Exaltiertheit hervor. Wer hätte gedacht, daß dieser Junge nur wenige Jahre später als flippiger Moderator der kultigen Popmusik-Show "Disco" das deutsche Unterhaltungsfernsehen aufmischen sollte? Schon 1967 traf er sich mit Kai-Darsteller Rolf Bogus vor der Kamera in der ersten vom deutschen Fernsehen hergestellten Jugendserie "Till, der Junge von nebenan" wieder.
Gerda jedenfalls begegnet auf ihrer Reise, begleitet von zwei Vögeln, noch weiteren illustren Gestalten. Sie gerät in die Fänge von Räubern, und der korrupte Herr Kommerzienrat mischt als Agent der Schneekönigin mit, bis Gerda ihren Kai endlich im Eispalast der Schneekönigin findet und ihn von dem Zauber befreit.
Die Geschichte der filmischen "Schneekönigin"-Adaptionen ist auch ein Lehrbuch der Filmgeschichte an sich. Nach der biederen, eher nur noch fürs Museum geeigneten Theaterfassung aus Westdeutschland entstand 1966 in der Sowjetunion ein deutlich aufwendigerer Kinofilm im Märchenstil. Die kreativste Umsetzung gelang 1986 in Finnland mit einer surrealen Fabel. Den besten, opulent ausgestatteten Realfilm lieferte wiederum das deutsche Fernsehen 2012 mit einer brillanten Neuauflage des Märchens auf zeitgemäßem Niveau.
(Pino DiNocchio)
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641369 DE - mit Wendecover - | ![]() | |
| Tonspur: | Deutsch | ||
| Untertitel: | keine | ||
| Länge: | 100 Min. | ||
| Bild: | 4:3 Vollbild 1:1.33 - s/w | ||
| Extras: | Wendecover |
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