DIE SCHATZINSEL (TV 1966) |
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344 Min. | 645583 DE |
| Originaltitel: | L'Île au trésor | ![]() |
| Regie: | Wolfgang Liebeneiner | |
| Musik: | ||
| Darsteller: | Michael Ande, Ivor Dean, Georges Riquier, Jacques Dacqmine, Jacques Monod, Dante Maggio | |
| Frankreich / Deutschland (West) 1966 |
Der junge Jim Hawkins gelangt in den Besitz der Schatzkarte des berüchtigten Piraten Flint. Der Arzt Dr. Livesey und der Friedensrichter Trelawney engagieren das Schiff von Kapitän Smollet, um mit Jim zu der Schatzinsel zu fahren. Erst am Ziel bemerken sie, daß der einbeinige Schiffskoch John Silver einer der alten Seeräuber ist und die halbe Mannschaft zu seinen Leuten gehört. Auf der Insel kommt es zu einem Machtkampf mit wechselnden Fronten und Allianzen...
Die deutsch-französische Fernsehproduktion aus dem Jahr 1966 zieht die Abenteuergeschichte auf 6 Stunden in die Länge. Behäbig, manchmal gar zäh schleppt sich die Handlung dahin. Ein wahrer Tempokiller. Mit fast wissenschaftlicher Akribie wird die vielschichtige Taktiererei der Akteure nachgezeichnet. Die Inszenierung hat von der Ausführung her fast Ähnlichkeit mit der Art, wie man heutzutage im Bildungsfernsehen Dokumentationen über Ereignisse der Geschichte durch nachgestelltes Spiel und rekonstruierte Bauten szenisch zum Leben erweckt.
Die Erzählstimme, die als alter Jim Hawkins in Rückblende zu den Bildern den Gang der Geschichte vorliest, verstärkt diesen Eindruck. Lange Passagen, in denen die Kamera tonlos über die Kulissen wandert, mögen einer Detailverliebtheit entsprungen sein, transportieren aber oft eher Langatmigkeit. Vieles gleicht eher einer Bühnenvorstellung im Theater und weniger einem rasanten Abenteuerfilm. Musik gibt es auch nur ganz spärlich an wenigen Stellen. Es sind minimalistische Avantgardeklänge, die einen Gegenentwurf zur sonst üblichen pompös orchestrierten Filmmusik bilden.
Jim Hawkins ist kein Kind und kein Halbwüchsiger. Die Rolle ist mit einem jungen Mann besetzt, einem allerdings sehr attraktiv aussehenden. Beim Kostümdesign fallen die außerordentlich weit ausgeschnittenen offenen Hemden auf, was bei der allgemeinen Zugeknöpftheit der Filmindustrie eine Seltenheit ist. - damals wie heute. Grober Schnittfehler im Blockhaus nach John Silvers Besuch, wo Jim dem Doktor Wasser reicht: Da hat Jim plötzlich wieder die braune Lederjacke vom Schiff an, obwohl er nur mit dem Hemd bekleidet auf die Insel gekommen war.
Das ZDF scheute 40 Jahre später zur Wiederausstrahlung der Serie im Zweikanalton nicht den Aufwand, extra eine Audiodeskription für Blinde zu produzieren. Die Filmfirma Tele München, die seinerzeit diese Serie selbst mitproduziert hat und sie jetzt über ihr Label Concorde in Deutschland auf DVD veröffentlicht hat, bringt es hingegen nicht mal fertig, neben der deutschen Synchronisation auch den französischen Originalton auf die Scheibe zu bringen, von den Hilfen für Behinderte ganz zu schweigen. Wie armselig!
(Pino DiNocchio)
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645583 DE | |
| Tonspur: | Deutsch | |
| Untertitel: | keine | |
| Länge: | 344 Min. | |
| Bild: | 4:3 Vollbild 1:1.33 | |
| Extras: | ||
| - minus - | Es fehlt der französische Originalton |
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