WAS NÜTZT DIE LIEBE IN GEDANKEN? |
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89 Min. | 648249 DE | nicht mehr im Handel |
| Originaltitel: | Was nützt die Liebe in Gedanken? | ![]() |
| Regie: | Achim von Borries | |
| Musik: | Thomas Feiner, Ingo Frenzel | |
| Darsteller: | August Diehl, Daniel Brühl, Anna Maria Mühe, Thure Lindhardt, Jana Pallaske, Tino Mewes, Jonas Jägermeyer | |
| Deutschland 2003 |
Die Freunde Günther Scheller aus einer gutbetuchten Großbürgersfamilie und Arbeitersohn Paul Krantz verbindet die berauschende Freude an ihrer Jugend und deren Vergänglichkeit. Die beiden Oberschüler philosophieren über den Sinn des Lebens. In Literatur und Gedichten suchen sie nach Antworten. Schließlich gelangen sie zu dem Schluß, daß es die große Liebe ist, und die gibt es nur ein Mal im Leben. Danach quält einen ewig nur noch die Erinnerung an diesen einen Augenblick des höchsten Glücks, den man nie wieder erreichen kann. Deshalb schließen die zwei jungen Männer einen fatalen Pakt: Sie beabsichtigen ihr Leben aus freien Stücken in dem Moment zu beenden, wo sie keine Liebe mehr empfinden, weil sie den Höhepunkt des Glücks schon überschritten haben.
Im Sommer 1927 verbringen die Jugendlichen ein Wochenende allein im Ferienhaus der Schellers im Grünen vor den Toren Berlins. Auch Günthers jüngere Schwester Hilde, in die Paul verliebt ist, kommt mit. Am Samstagabend feiern die jungen Leute mit weiteren angereisten Freunden eine Party. Man genießt die Sommernacht, musiziert, flirtet, liest das Horoskop, benebelt sich an Absinth und Wein.
Da taucht als ungeladener Gast Günthers früherer Geliebter Hans auf. Das paßt Günther gar nicht, und noch weniger, daß Hans jetzt Hildes Liebhaber ist. Hildes Freundin Elli versucht unterdessen bei Paul zu landen, doch der kann für sie keine Gefühle aufbringen.
Paul liebt Hilde. Günther liebt Hans. Und sie können es nicht ertragen, daß Hilde und Hans ein Paar sind. Paul und Günther sehen den Zeitpunkt gekommen, da sie ihren Pakt einlösen wollen. Denn sie fühlen sich beide ihrer großen Liebe beraubt. Lächelnd wollen sie aus dem Leben scheiden - und sie wollen auch diejenigen Menschen mit in den Tod nehmen, von denen sie sich in der Liebe betrogen fühlen...
Der Film schildert einen authentischen Fall, der sich 1927 in Berlin ereignet hat und als "Steglitzer Schülertragödie" in die Geschichte einging. In atmosphärischen, farblich perfekt abgestimmten Bildern taucht Regisseur Achim von Borries ein in die Zeit der 1920er Jahre, die in Deutschland wie kein anderes Jahrzehnt im Spannungsfeld zwischen einer Modernisierung der Gesellschaft in nie zuvor gekannter Liberalität und drohendem Niedergang durch Wirtschaftskrise und aufkommendem Faschismus stand. Dabei läßt der Film jegliches politisches Geschehen außen vor und konzentriert sich wie ein geschlossener Roman ganz auf die Erzählung.
Es sind die letzten Ausläufer der Romantik und des freigeistigen Aufbruchs der Jahrhundertwende, die das Selbstverständnis der Jugendlichen beflügeln. Es ist geprägt von philosophischen Idealen, von grenzenloser Genußästhetik als Inbegriff des Glücks. Gefangen am Zenit der Freiheit erahnen sie bereits das nahende Ende der Ära.
Vom ersten Moment an liegt alles in tiefer Melancholie. Eine Stimmung dunkler Poesie trägt den süßlichen Odem des Todes. Der Hunger nach Leben, die Romantisierung von Jugendlichkeit und großer Liebe, steigert sich in einen regelrechten Wahn, der sich immer mehr hochschaukelt, bis er außer Kontrolle gerät und in einer Tragödie gipfelt.
Obwohl beide Hauptdarsteller lange keine Teenager mehr sind, wirken sie dank ihres sehr jungen Aussehens noch glaubhaft als Gymnasialschüler. Die Besetzung der Rollen mit hochklassigen Schauspielern kommt der Qualität zugute, August Diehl und Daniel Brühl brillieren mit meisterlichem Kammerschauspiel.
(Pino DiNocchio)
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648249 DE | |
| Tonspur: | Deutsch | |
| Untertitel: | ||
| Länge: | 89 Min. | |
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:1.85 | |
| Extras: | Audiokommentar von Regisseur Achim von Borries, Making of, Casting/Proben, Geschnittene Szenen, Animierte Fotogalerie, Bildtests, Teaser, Trailer, Hidden Feature |
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