WER FRÜHER STIRBT IST LÄNGER TOT |
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101 Min. | 663279 DE | nicht mehr im Handel | |
106 Min. | 763279 DE | nicht mehr im Handel |
| Originaltitel: | Wer früher stirbt ist länger tot | ![]() |
| Regie: | Marcus H. Rosenmüller | |
| Musik: | Gerd Baumann | |
| Darsteller: | Fritz Karl, Markus Krojer, Franz Xaver Brückner, Jule Ronstedt, Jürgen Tonkel, Saskia Vester, Hans Schuler, Pia Lautenbacher, Klaus Steinbacher | |
| Deutschland 2006 |
Spitzbub Sebastian ist gerade mal 11 Jahre jung, aber mit der enormen Zahl von 2713 angehäuften Vergehen ist ihm das Fegefeuer nach dem Tod jetzt schon sicher. Wo immer der Bengel auftaucht, das Unheil ist stets mit dabei.
Vorläufiger Höhepunkt der beachtlichen Sünderkarriere sind 7 tote Hasen aus der Zucht seines Bruders Franz, deren Ableben auf Sebastians Konto geht.
Nun redet der große Bruder dem Jungen auch noch ein, er sei schuld am Tod ihrer Mutter, weil sie schließlich bei seiner Geburt gestorben sei. Sebastian ist schockiert. Auf keinen Fall möchte er in die Hölle kommen. Von bösen Alpträumen über seine Anklage vor dem Jüngsten Gericht geplagt, sieht er nur zwei Möglichkeiten dem Fegefeuer zu entgehen: entweder er wird seine Sünden los, oder er wird unsterblich!
Am Stammtisch im elterlichen Wirtshaus gibt man dem Jungen dazu reichlich Ratschläge. Sebastian nimmt alles, was er so aufschnappt, ganz wörtlich. So münden Sebastians Versuche die Unsterblichkeit zu erlangen in einer Serie von Katastrophen und peinlichen Zwischenfällen.
Weil wegen ihm seine Mutter tot auf dem Friedhof liegt, glaubt er das wiedergutmachen zu müssen, indem er für den mühselig alleinerziehenden Vater eine neue Frau sucht. Natürlich führen auch diese Verkupplungsversuche zu delikaten Szenen. Schließlich steht Sebastian vor der bizarren Situation, daß er zur Bereinigung seiner Sünden nach den Hasen und seiner Mutter noch ein weiteres Mal jemanden umbringen muß...
Die seelischen Schäden und die Verhaltensirritationen, die religiöser Unfug bei einem Kind anrichten kann, werden mit einem geradezu göttlichen Humor zu einer vergnüglichen Komödie für Jung und Alt verarbeitet. Es stecken sehr ernste Dinge in dieser Lausbubengeschichte - es geht um das Sterben, um das Lieben, um Missetaten.
Aus den katholischen Horrorvisionen entwickelt sich jedoch kein Drama, so wie das in Kindheitsfilmen aus fundamentalistisch katholischen Ländern wie Irland häufig geschieht. Vielmehr werden die absurden Glaubensvorstellungen zu surrealen, märchenhaften Szenarien verzogen und karikiert. Der teilweise deftige Witz ist mit einiger List gestrickt. Viele skurrile Gags sind in Bildkomposition und Schnitt versteckt. Das Drehbuch überrascht mit feinsinnigen Details.
Klarer Star in der Besetzung ist der junge Markus Krojer. Als Neuling vor der Kamera beeindruckt das kleine Naturtalent in lustigen und in ernsten Szenen gleichermaßen mit lockerem Auftreten.
Die zweite tragische Figur ist der Radiomoderator Alfred, der in seiner Sendestation auf dem einsamen Berggipfel zwischen Schallplatten, Gitarren und schrägen Kostümen in einer Traumwelt des Rock'n'Roll lebt und nicht merkt, wie ihm seine Frau mit einem anderen Mann verlustig geht.
Die Musik ist letztlich das, was die beiden tragischen Helden verbindet. Sie ist der Schlüssel zur Unsterblichkeit.
Die bayrische Mundart verleiht den Dialogen eine besondere Authentizität. Die Darsteller reden natürlich, die Wortwahl ist lebensecht und urtümlich. Es werden keine auswendig gelernten hochgestochenen Textphrasen aufgesagt.
Regisseur Marcus H. Rosenmüller schuf damit den bayrischen Spielfilm als eigenständigen Film mit vollständiger regionaler Souveränität.
(Pino DiNocchio)
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663279 DE | |
| Tonspur: | Deutsch (bayrisch) | |
| Untertitel: | D | |
| Länge: | 101 Min. | |
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:2.35 | |
| Extras: | Audiokommentar, Interviews, nicht verwendete Szenen, Making of Special Effects |
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763279 DE - mit Wendecover - | ![]() | |
| Tonspur: | Deutsch (bayrisch) | ||
| Untertitel: | keine | ||
| Länge: | 106 Min. | ||
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:2.35 | ||
| Extras: | Wendecover, Audiokommentar, Interviews, nicht verwendete Szenen, Making of Special Effects |
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