LOUISE UND DIE SCHULE DER FREIHEIT |
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105 Min. | 674411 DE | ||
109 Min. | 774411 DE |
| Originaltitel: | Louise Violet | ![]() |
| Filmlänge: | DVD 99 Min. ohne Abspann | |
| Regie: | Eric Besnard | |
| Musik: | ||
| Darsteller: | Alexandra Lamy, Grégory Gadebois, Jérôme Kircher, Jérémy Lopez, Patrick Pineau, Ernest Mourier, Roméo Jean, Octave Petit, Lucas Chantaine, Matteo Bailly Cabuna, Andrea Albaret, Maxence Albaret, Tého Mourier, Joseph Besnard | |
| Frankreich 2024 |
Einer Frau traut die Männerwelt Ende des 19. Jahrhunderts nicht zu, daß sie den Beruf einer Lehrerin ausüben könne. Louise Violet ist von sich und ihrem modernen Bildungsauftrag überzeugt. Die Schulbehörde schickt sie 1889 von Paris in ein abgelegenes Bauerndorf in den Bergen. Die Menschen dort sind abweisend. Mit einer Fremden reden sie nicht. Für eine Schule gibt es keinen Bedarf. Die Kinder werden als Arbeitskräfte gebraucht - auf dem Feld, beim Vieh, im Handwerk. So war es schon immer.
Der Bürgermeister quartiert Louise im feuchten, kalten Kuhstall ein. Einen Schulraum gibt es, aber kein Kind läßt sich blicken. Louise wartet und wartet. So schnell will sie nicht aufgeben. Schließlich schreibt das neue Gesetz in der Französischen Republik die Schulpflicht für alle Kinder vor. Nun nimmt Bürgermeister Joseph die Sache selbst in die Hand. Die Eltern müssen überzeugt werden, daß es zum Besten ihrer Kinder ist, wenn diese Lesen und Schreiben lernen. Auch wenn diese einfachen Leute in ihrem arbeitsamen bäuerlichen Alltag dafür keine Verwendung haben, so mag die Bildung doch den jungen Menschen in der Zukunft nützlich sein.
Immerhin gewährt die Republik allen Bürgern freiheitliche Rechte. Um diese zu kennen und sie wahrnehmen zu können, dazu muß man lesen können, findet Louise. Nur so wird sich das in den Fabriken der Städte erkämpfte Verbot der Kinderarbeit auch auf dem abgeschiedenen Land durchsetzen.
Solche Freiheitsgedanken verunsichern die traditionsbewußte Landbevölkerung. Die Leute mögen keine Veränderungen. Eltern empfinden eine Schullehrerin zudem als Konkurrenz zu ihrer Erziehungsgewalt.
Endlich löst sich der Knoten. Das Klassenzimmer füllt sich mit lernbegierigen Kindern. Und ein ganz besonderer Schüler ist der Bürgermeister, der nun ebenfalls das Alphabet erlernen möchte. Neben Schreiben und Rechnen stehen auch weitere Allgemeinbildung sowie lebenspraktische Fertigkeiten wie das Schwimmen auf dem Lehrplan. Der Staat investiert Geld in den Bau eines richtigen Schulgebäudes.
Gerade als es mit der Schule gut läuft, holt das dunkle Geheimnis aus ihrer Vergangenheit die Lehrerin ein. Der verwitwete Bürgermeister will Louise zur Frau nehmen, was niemanden im Dorf überrascht. Weniger ihr Zögern als vielmehr ihr reger Briefverkehr mit Paris gibt Anlaß zu Argwohn. Louises politische Gesinnung wird bekannt: Sie ist Kommunistin, und sie war Mitglied der Pariser Kommune. Bei der gewaltvollen Niederschlagung durch Regierungstruppen hatte sie ihren Mann verloren. Das hatte sie auch eine Zeitlang ins Gefängnis gebracht.
Louise hat mit dieser Phase abgeschlossen, aber die Dorfbewohner finden in ihrer Vorgeschichte endlich einen Grund, die stets unwillkommene Lehrerin offen anzufeinden. Man sieht jetzt die Chance, sie loszuwerden. Mit dem Konflikt um die Schule treten auch die Risse zutage, die sich durch die Gemeinde ziehen. Die Animositäten zwischen den Männern hinterlassen fatale Spuren bei den Kindern.
Ein Historiendrama, welches die Umwälzungen zu Demokratie und Fortschritt aus der Perspektive eines tief in seiner Tradition verwurzelten Bergbauerndorfs beleuchtet. In ruhigen, klaren Bildern zeigt der Film die Lebenswelt der Menschen, die seit vielen Generationen von familiärer Landwirtschaft und Handwerk leben, keine schwere Arbeit scheuen und gottesfürchtige Sitten pflegen.
Von modernen Einflüssen fühlen sie sich bedroht. Bildung würde ihren Kindern die Augen öffnen für eine viel größere Welt dort draußen. Sie würden das Dorf verlassen, so wie das jugendliche Liebespaar, das sich auf den Weg macht, um dem elterlichen Diktat zu entfliehen. Die Familien fürchten um ihre Existenz. Das Gefährlichste von allem, das sind die Gedanken: Die Idee von Gleichheit in sozialen Fragen wirkt aufrührerisch.
Inspiration für die Figur von Louise Violet war die Pariser Kommunardin und Lehrerin Louise Michel. Ihre Aufzeichnungen stellen eine der bedeutsamsten historischen Quellen über die Ereignisse und Hintergründe rund um die Pariser Kommune im Jahr 1871 dar. Sie war auch eine Vorkämpferin für die Rechte der Frauen.
(Pino DiNocchio)
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674411 DE | |
| Tonspur: | Deutsch / Französisch | |
| Untertitel: | D | |
| Länge: | 105 Min. | |
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:2.39 | |
| Extras: | Interview mit dem Regisseur | |
| - minus - | Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt Deutsche Zwangsuntertitel bei französischer Sprachfassung nicht abschaltbar |
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774411 DE | |
| Tonspur: | Deutsch / Französisch | |
| Untertitel: | D | |
| Länge: | 109 Min. | |
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:2.39 | |
| Extras: | Interview mit dem Regisseur | |
| - minus - | Covermotiv mit Zensurzeichen überdruckt Deutsche Zwangsuntertitel bei französischer Sprachfassung nicht abschaltbar |
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