UNS TRENNT DAS LEBEN |
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90 Min. | 677039 DE | nicht mehr im Handel |
| Originaltitel: | Uns trennt das Leben | ![]() |
| Regie: | Alexander Dierbach | |
| Musik: | ||
| Darsteller: | Julia Koschitz, Jannik Brengel, Anneke Kim Sarnau, Jasmin Schwiers, Tim Bergmann, Sebastian Ströbel, Johannes Silberschneider, Dominic Raacke, Amona Aßmann, Jan Messutat, Sophia Sonntag, Matthias Kupfer, Thorsten Krohn | |
| Deutschland 2010 |
Ein Steinwurf aus der Hand des 8jährigen David trifft beim Spielen im Wald am Rande einer Familienfeier ein kleines Mädchen in Clownsmaske, das ihm nachgelaufen ist, tödlich am Kopf. Der Junge wird umgehend in die geschlossene Psychiatrie gesperrt. Niemand weiß, was geschehen ist. Der verstörte David redet nicht. Er kauert nur stumm in einer Ecke. Psychologin Nora, die ein Gutachten erstellen soll, findet zunächst keinen Zugang zu dem traumatisierten Kind.
Davids alleinerziehende Mutter Constanze ist verzweifelt. Sie begreift nicht, weshalb ihr Kind eingesperrt wird und man sie nicht zu ihm läßt. Zugleich belagert die Mutter des getöteten Mädchens die psychiatrische Klinik. Sie will den Jungen sehen, der ihre Tochter umgebracht hat.
Zögerlich beginnt David sich gegenüber Nora zu öffnen. Über Zeichnungen gibt er der Kinderpsychologin Hinweise.
Der kleine Junge wird von schrecklichen Ängsten gequält. Er schöpft Hoffnung, daß Nora ihm helfen kann. Ständig wird David von einem Clown verfolgt, welcher ihm Furcht einflößt. Nora muß herausfinden, was oder wer genau in Davids Lebensumständen diese Angstvisionen auslöst.
Der arrogante Institutsleiter Dr. Muesch ist ungeduldig. Er drängt auf eine vorschnelle Diagnose im Sinne seines Fachgebiets. Der Fall soll seine
Forschungsthesen über frühkindliche Schizophrenie untermauern. Nora recherchiert weiter bei Constanze nach der Ursache für die Angststörung, die den Jungen so irritiert hat, daß es zu dem tödlichen Unfall kam. Dabei stürzt Nora selbst in eine Krise, denn sie ist ungeplant schwanger und fürchtet nun, daß sie noch nicht bereit ist Mutter zu werden...
Der Krimi pendelt zwischen der Aufklärung des Todesfalls und Rückblenden in die Wochen vor dem Unfall. In wild zusammengewürfelten Splittern wird die nahe Vorgeschichte aufgerollt. David leidet extrem darunter, daß er seinen Vater nicht kennt. Die Mutter hatte ihm eine Lügengeschichte erzählte, die der Junge die ganze Zeit geglaubt und zu einer unerkannten Psychose verarbeitet hat.
Constanze nimmt ihren Sohn nur als hyperaktiv wahr und empfindet das als sehr anstrengend. Verständlicherweise protestiert der Junge mit renitentem Verhalten gegen den neuen Freund seiner Mutter. Er fühlt sich abgehängt und alleingelassen, denn wenn Constanze mit Rainer abends ausgeht, ist für David kein Platz.
Kinderdarsteller Jannik Brengel konzentriert sich ganz toll auf die niedergedrückte Gemütsstimmung, die der kleine David vor der Kamera zeigen muß. Angstgetrieben und todunglücklich über das furchtbare Geschehnis im Wald wimmert der Junge leise mit tränenfeuchten Blicken.
Nora hat mächtig Streß mit ihrem Freund Tim, hadert wegen der Zweifel über ihre Schwangerschaft mit sich selbst, kommt jedoch bei David glücklicherweise zu den richtigen Schlußfolgerungen. Es kann geholfen werden.
Bleibt dann die Frage, wieso das stereotype Bild vom zwanghaften Vorhandensein von Vater und Mutter immer noch so vehement in der Gesellschaft kolportiert wird, daß Kinder so schwer darunter leiden müssen. Ein Kind entwickelt Komplexe, wenn ihm der Grund für das Fehlen eines Elternteils verschleiert wird und wenn Lügengebäude falsche Hoffnungen wecken. Wäre dem kleinen David nicht die Illusion eingeimpft worden, er müsse einen Vater haben, dann wäre das alle nicht passiert. Therapiert werden sollte hier also neben den Opfern auch gleich ein realitätsfremdes gesellschaftliches Leitbild.
(Pino DiNocchio)
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677039 DE - mit Wendecover - | ![]() | |
| Tonspur: | Deutsch | ||
| Untertitel: | keine | ||
| Länge: | 90 Min. | ||
| Bild: | 16:9 Widescreen 1:1.78 | ||
| Extras: | Wendecover |
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